Genehmigungspflicht bei Bauprojekten: Was Sie wissen müssen
Wenn Sie im Haus etwas verändern, ist nicht immer alles erlaubt – Genehmigungspflicht, die gesetzliche Vorgabe, dass bestimmte Bauarbeiten vorher vom Amt genehmigt werden müssen. Auch bekannt als Baugenehmigungspflicht, gilt sie nicht für kleine Reparaturen, aber fast immer für größere Veränderungen an Struktur, Energieeffizienz oder Nutzung. Ob Sie eine Tür verbreitern, ein Dach sanieren oder eine neue Heizung einbauen: Jede dieser Maßnahmen kann eine Genehmigung erfordern – und wer das ignoriert, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern auch die Rückbauverpflichtung.
Die Lärmschutzrecht, ein Teil des Immissionsschutzrechts, das Grenzwerte für Lärm in Wohngebieten festlegt ist ein klassisches Beispiel. Wenn Sie in einer dicht besiedelten Gegend bauen oder sanieren, müssen Sie die TA Lärm 2023, die aktuelle technische Anleitung zum Schutz vor Lärm, die von Behörden als Maßstab verwendet wird einhalten. Das gilt für Fenster, Balkone oder sogar die Wahl der Baumaterialien. Gleiches gilt für das Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2025, das vorschreibt, wann und wie Sie Ihre Heizung ersetzen oder Ihr Haus dämmen müssen. Hier geht es nicht mehr um freiwillige Energiesparmaßnahmen, sondern um verbindliche Pflichten – mit klaren Fristen und Strafen bei Nichtbeachtung.
Und es geht nicht nur ums Bauen. Auch wenn Sie eine Türverbreiterung, eine Anpassung der Türbreite für Rollstuhlfahrer oder ältere Menschen gemäß DIN 18040 planen, müssen Sie prüfen, ob es sich um eine bauliche Veränderung handelt, die genehmigt werden muss. Manchmal reicht eine Anzeige, manchmal brauchen Sie ein offizielles Schreiben vom Bauamt. Dasselbe gilt für die Dachsanierung – besonders wenn Sie Dämmung, Eindeckung oder die Dachform verändern. Die Baupreisgleitklausel, eine vertragliche Regelung, die Preisänderungen bei Bauprojekten regelt ist zwar kein Ersatz für eine Genehmigung, aber sie schützt Sie vor unerwarteten Kosten, wenn die Behörde plötzlich neue Vorgaben macht.
Was viele nicht wissen: Nicht jede Änderung im Haus braucht eine Genehmigung – aber die Grenze ist dünn. Ein neuer Bodenbelag im Keller? Meistens erlaubt. Eine neue Abdichtung, die die Feuchtigkeit im Haus beeinflusst? Dann könnte es eine Genehmigung brauchen. Ein neues Bad mit höherer IP-Schutzart? Nur wenn die Wasserversorgung oder Abwasserleitung verändert wird. Die Schimmel-Checkliste, ein praktisches Werkzeug zur Erkennung von Feuchtigkeitsschäden, die oft die Ursache für genehmigungspflichtige Sanierungen sind hilft Ihnen, frühzeitig zu erkennen, ob Ihr Problem nur oberflächlich ist – oder ob es tiefere bauliche Ursachen hat, die Sie nicht ignorieren dürfen.
Immer wieder sehen wir, wie Menschen mit gutem Willen teure Fehler machen, weil sie denken, sie könnten etwas selbst machen – ohne zu prüfen, ob es erlaubt ist. Eine Dachbegrünung, die den Regenwasserabfluss verändert? Genehmigungspflichtig. Eine Thermografie-Kamera, die Wärmeverluste aufzeigt? Nützlich – aber die daraus abgeleitete Dämmung könnte eine Genehmigung erfordern. Die Liste ist lang, und die Regeln ändern sich. In diesem Sammelbereich finden Sie konkrete Beispiele, die zeigen, wann und warum eine Genehmigung nötig ist – und wie Sie sie richtig beantragen, ohne Zeit und Geld zu verlieren.
Nutzungsänderung bei Bestandsimmobilien: So prüfen Sie die Genehmigungspflicht richtig
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Nutzungsänderung bei Bestandsimmobilien erfordert immer eine Prüfung der Genehmigungspflicht - unabhängig von baulichen Veränderungen. Erfahren Sie, wann Sie eine Genehmigung brauchen, wie der Antrag funktioniert und wie Sie Bußgelder vermeiden.