Grunderwerbsteuer Risiken: Was Sie vor dem Grundstückskauf wissen müssen
Beim Kauf eines Grundstücks geht es nicht nur um den Kaufpreis. Die Grunderwerbsteuer, eine einheitliche Steuer, die beim Erwerb von Grundstücken oder Immobilien fällig wird kann schnell 5 bis 6,5 % des Kaufpreises ausmachen – je nach Bundesland. Und das ist erst der Anfang. Viele Käufer unterschätzen, wie viele andere Risiken mit dem Kauf verbunden sind: unklare Baurechte, versteckte Belastungen oder ein Bebauungsplan, der alles andere als freundlich ist. Wer hier nicht genau hinschaut, zahlt später doppelt – oder gar nicht mehr verkauft.
Ein Bebauungsplan, ein rechtlich verbindliches Dokument, das festlegt, was auf einem Grundstück gebaut werden darf ist oft der entscheidende Faktor. Ein Grundstück mag günstig sein – aber wenn der Bebauungsplan nur einen Carport zulässt und keine Garage, oder wenn die Gebäudehöhe auf 7 Meter begrenzt ist, dann ist das kein Schnäppchen, sondern eine Falle. Und das ist nur ein Beispiel. Auch Kaufnebenkosten, alle zusätzlichen Kosten, die beim Immobilienkauf anfallen – wie Notar, Grunderwerbsteuer und Grundbuchgebühren werden oft falsch kalkuliert. Wer denkt, er braucht nur 10 % über den Kaufpreis, liegt oft falsch. In manchen Fällen kommen noch Sanierungskosten hinzu, die vor dem Kauf gar nicht sichtbar waren. Und wenn Sie später eine energetische Sanierung, Maßnahmen wie Dämmung, Fenstertausch oder Heizungserneuerung, um Energie zu sparen und Fördermittel zu erhalten planen, dann muss das Grundstück auch dafür geeignet sein. Ein altes Haus mit feuchter Kellerdecke oder ohne Zugang für Dämmarbeiten macht Fördermittel von BAFA oder KfW fast unmöglich.
Die größten Risiken liegen nicht im Preis, sondern in der Unkenntnis. Sie denken, ein Grundstück ist ein Grundstück? Falsch. Ein Grundstück mit genehmigtem Bauantrag ist etwas ganz anderes als eines, das nur als Baugrund ausgewiesen ist. Ein Grundstück mit bestehender Erschließung ist etwas anderes als eines, das erst mit eigenen Kosten erschlossen werden muss. Und wer glaubt, die Grunderwerbsteuer sei fix – der irrt. Sie kann sich ändern, je nachdem, ob Sie ein Eigenheim bauen, eine Ferienimmobilie kaufen oder ein Gewerbegrundstück erwerben. In den folgenden Artikeln finden Sie konkrete Lösungen: Wie Sie den Bebauungsplan online richtig prüfen, welche Kaufnebenkosten wirklich anfallen, wie Sie Fördermittel für Sanierungen beantragen – und warum ein 24 Jahre altes Haus oft günstiger ist als ein Neubau, wenn Sie die Risiken kennen.
Grunderwerbsteuer senken: Legale Modelle und die großen Risiken
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Lernen Sie, wie Sie die Grunderwerbsteuer legal senken - mit Aufteilung, Eigenleistungen und mehr. Doch Achtung: Viele Modelle sind riskant und führen zu hohen Nachzahlungen. Erfahren Sie, was wirklich funktioniert - und was Sie vermeiden sollten.