Putzträger und Armierungsgewebe: So vermeiden Sie Risse in Innenwänden
Feb, 4 2026
Warum entstehen Risse in Innenwänden?
Risse in Innenwänden sind nicht nur ein optisches Problem, sondern können auch auf strukturelle Schwächen hinweisen. Besonders an Materialübergängen wie zwischen Beton und Mauerwerk oder bei sanierungsbedürftigen Wänden treten diese häufig auf. Doch mit den richtigen Baustoffen wie Putzträgern und Armierungsgewebe lässt sich das Risiko deutlich reduzieren. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Risse vermeiden können.
Risse in Putzschichten entstehen meist durch Spannungen, die beim Trocknen des Putzes oder durch Bewegungen des Untergrunds entstehen. Selbst kleinste Dehnungen in Beton, Ziegel oder Holz können sich im Putz als Risse bemerkbar machen. Besonders an Ecken von Fenstern und Türen sowie an Stellen, wo unterschiedliche Materialien aufeinandertreffen, sind diese Probleme häufig. Laut dem Bauingenieur Dr. Michael Schäfer, Autor des Fachbuchs 'Putztechnik im Hochbau', führt die korrekte Anwendung von Armierungsgeweben zu einer Reduktion des Rissrisikos um bis zu 70 %.
Putzträger vs. Armierungsgewebe: Was ist der Unterschied?
Putzträger sind feste Elemente, die vor dem Verputzen am Untergrund befestigt werden und als Träger für die Putzschicht dienen. Sie bestehen meist aus Gipskarton- oder Gipsfaserplatten und werden mit Schrauben fixiert. Armierungsgewebe hingegen wird direkt in den frischen Putz eingebettet und wirkt wie ein 'Netz', das Spannungen abfängt. Während Putzträger hauptsächlich als Untergrund dienen, verhindert Armierungsgewebe aktiv das Entstehen von Rissen. Fachleute wie SAKRET Klebe- und Armierungsmörtel Premium empfehlen daher, Armierungsgewebe besonders an kritischen Stellen wie Materialübergängen einzusetzen.
Welche Materialien gibt es und wo setzt man sie ein?
Armierungsgewebe gibt es in verschiedenen Materialien, die je nach Einsatzbereich ausgewählt werden:
- Glasfasergewebe ist ideal für Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) und glatte Untergründe. Es ist sehr reißfest und widersteht hohen Temperaturen.
- Ziegeldrahtgewebe eignet sich besonders für holzige oder metallische Untergründe. Es bietet hohe Zugfestigkeit und ist widerstandsfähig gegen Korrosion.
- Flachsfasern oder Jute sind umweltfreundliche Optionen für ökologische Bauweisen. Sie sind weniger reißfest, aber gut für sanfte Dehnungen.
Laut DIN EN 13914:2023-08 muss die Putzschicht über dem Armierungsgewebe mindestens 10 mm dick sein, um eine ausreichende Haftung zu gewährleisten. Für Außenwände sind 15 mm vorgeschrieben.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur richtigen Verarbeitung
Die richtige Verarbeitung von Armierungsgewebe ist entscheidend für den Erfolg. Befolgen Sie diese Schritte:
- Untergrund vorbereiten: Prüfen Sie die Tragfähigkeit des alten Putzes. Bei lockerem oder schadhaftem Putz müssen Sie ihn komplett entfernen.
- Erste Putzschicht auftragen: Tragen Sie eine etwa 5 mm dicke Schicht Putz auf. Der Putz sollte noch feucht sein, wenn das Gewebe eingebettet wird.
- Gewebe einlegen: Verlegen Sie das Armierungsgewebe mit einer Überlappung von mindestens 10 cm. Achten Sie darauf, dass keine Falten entstehen.
- Zweite Schicht auftragen: Decken Sie das Gewebe mit einer zweiten Putzschicht ab. Die Gesamtdicke sollte mindestens 10 mm betragen. SAKRET Klebe- und Armierungsmörtel Premium empfiehlt hierfür eine zweifache Anwendung für optimale Haftung.
- Andrücken: Verwenden Sie eine Andrückrolle, um Luftblasen zu entfernen und das Gewebe gleichmäßig einzubetten.
Bei Ecken sollten Sie das Gewebe mindestens 10-15 cm um die Ecke herum führen. Professionelle Malerbetriebe berichten, dass diese Methode die Nachbearbeitungsquote um bis zu 40 % senkt.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Die häufigsten Fehler bei der Anwendung von Armierungsgeweben sind:
- Unzureichende Überlappung: Bei weniger als 10 cm Überlappung entstehen an den Übergängen schnell neue Risse. Ein Heimwerker im Forum 'heimwerker-forum.de' beschreibt, wie sich nach 6 Monaten Risse an den Überlappungspunkten bildeten, weil er nur 5 cm überlappte.
- Nicht vollständiges Einbetten: Wenn das Gewebe nicht vollständig vom Putz bedeckt ist, verliert es seine stabilisierende Wirkung.
- Falscher Einsatz: Bei stabilen Untergründen ohne Spannungsrisiken ist Armierungsgewebe unnötig. Experten warnen, dass dies zu unnötigen Kosten führt.
Der Handwerksverband Berlin betont in seinem Leitfaden, dass falsch verlegtes Gewebe sogar das Rissrisiko erhöhen kann. Deshalb ist es wichtig, die Materialien gezielt an kritischen Stellen einzusetzen.
Aktuelle Trends in der Putztechnik
Aktuell entwickelt sich der Markt für Armierungsgewebe schnell weiter. Laut einer Pressemitteilung von Saint-Gobain Weber (September 2023) werden ökologische Gewebe aus recycelten Materialien immer beliebter. Diese haben eine um 30 % geringere CO2-Bilanz. Zudem zeigen Forschungsprojekte des ifb (Institut für Bauwesen), dass Smart-Materialien in Zukunft mikrofeine Risse erkennen und selbst heilen können. Erste Prototypen sollen bereits 2025 auf den Markt kommen. Gleichzeitig warnt der Handwerksverband vor Billigprodukten aus Fernost, die in 37 % der Fälle die Mindestzugfestigkeit von 125 N/50mm nicht erreichen - eine Voraussetzung für effektiven Rissenschutz.
Wann ist Armierungsgewebe notwendig?
Armierungsgewebe ist besonders bei Materialübergängen (z.B. zwischen Beton und Ziegel), an Ecken von Fenstern und Türen sowie bei sanierungsbedürftigen Wänden sinnvoll. Experten wie der Handwerksverband Berlin empfehlen es dort, wo Spannungen durch Dehnung oder Bewegung des Untergrunds entstehen können. Bei stabilen, unbeschädigten Untergründen ist es jedoch nicht erforderlich.
Wie dick muss die Putzschicht über dem Armierungsgewebe sein?
Laut der DIN EN 13914:2023-08 beträgt die Mindestdicke für Innenwände 10 mm, für Außenwände 15 mm. Diese Dicke ist entscheidend, um eine ausreichende Haftung und Stabilität zu gewährleisten. Zu dünne Schichten führen schnell zu Rissen.
Kann man Armierungsgewebe auch nachträglich einbauen?
Ja, aber nur bei sanierungsbedürftigen Wänden. Dazu muss der alte Putz rings um den Schaden abgeschlagen werden, das Gewebe eingebettet und anschließend neu verputzt werden. Bei bereits bestehenden Rissen ist es wichtig, die Ursache zu beseitigen, bevor das Gewebe eingebaut wird.
Welches Material eignet sich für WDVS?
Für Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) ist Glasfasergewebe die beste Wahl. Es ist hitzebeständig, reißfest und verträgt die Belastungen durch Dämmung und Putz. Ziegeldrahtgewebe ist hier weniger geeignet, da es Korrosionsschäden an der Dämmung verursachen kann.
Wie hoch sind die Kosten für Armierungsgewebe?
Die Preise variieren je nach Material: Einfache Glasfasergewebe kosten etwa 1,50 €/m², hochwertige Systeme mit zusätzlichen Eigenschaften wie Brandschutz bis zu 4,80 €/m². Ökologische Varianten aus recycelten Materialien liegen in der Mitte. Für eine durchschnittliche Wandfläche von 10 m² sind etwa 15-48 € einzuplanen.
David Fritsche
Februar 4, 2026 AT 18:08Wow, das ist ja unglaublich! Ich habe schon seit Jahren in der Branche gearbeitet, und dieses Problem mit den Rissen in Innenwänden ist einfach ein Mythos! Die Leute verstehen einfach nicht, dass es immer an der falschen Handwerkerarbeit liegt. Ich hab mal eine Wand gemacht, die 10 Jahre stand, und kein einziges Risschen! Aber diese 'Experten' hier, die wissen doch gar nichts! Ich meine, wirklich, wie kann man so etwas schreiben? Das ist doch völliger Quatsch! 🤬