Algen und Pilzbefall auf der Fassade entfernen: Wirksame Methoden und Mittel 2026

Algen und Pilzbefall auf der Fassade entfernen: Wirksame Methoden und Mittel 2026 Jan, 24 2026

Grüne, schwarze oder rötliche Flecken an Ihrer Fassade? Das ist kein bloßer Schönheitsfehler - das ist ein Zeichen, dass Ihre Wand langsam zerstört wird. Algen und Pilze saugen Feuchtigkeit aus dem Putz, breiten sich unter der Oberfläche aus und machen den Untergrund porös. In Regensburg, wo es oft neblig und feucht ist, ist das ein Alltagsproblem. Viele Hausbesitzer versuchen es mit dem Hochdruckreiniger - und scheitern. Denn wenn Sie nur die Oberfläche abwaschen, ohne die Ursache zu bekämpfen, kommt der Befall nach sechs Monaten zurück. Die Lösung ist nicht schneller, sondern richtiger.

Warum Algen und Pilze auf der Fassade wachsen

Es ist nicht Zufall, dass der Befall oft an der Nordwand oder unter Dachüberständen auftritt. Hier bleibt die Feuchtigkeit hängen. Keine Sonne, keine Luftbewegung, keine Trocknung. Das ist der perfekte Nährboden für Mikroorganismen. Laut dem Institut für Bauökologie an der TU München sind drei Faktoren entscheidend: fehlende Tropfkanten an Fensterbänken, zu kurze Dachüberstände und eine undichte oder undichte Dämmung. Die Feuchtigkeit steigt von unten oder sickert von oben ein - und die Algen nutzen das. Sie bilden eine Art Schutzschicht, die noch mehr Wasser speichert. Ein Teufelskreis.

Die falsche Lösung: Hochdruckreiniger allein

Viele denken: Hochdruckreiniger = schnelle Lösung. Aber das ist ein Irrtum. Eine Studie von Sanier.de aus dem Jahr 2024 untersuchte 50 Fassaden, die nur mit Hochdruck gereinigt wurden. In 78 % der Fälle kehrte der Befall innerhalb von 18 Monaten zurück. Warum? Der Druck reißt nicht nur die Algen ab - er reißt auch die oberste Putzschicht weg. Bei gedämmten Fassaden kann das sogar die Dämmung beschädigen. Und was bleibt? Eine rauere, porösere Oberfläche - perfekt für neue Sporen. Die Deutsche Gesellschaft für Fassadentechnik warnt deshalb ausdrücklich: „Hochdruckreiniger ohne chemische Vorbehandlung sind ein Risiko, kein Service.“

Die richtige Methode: Chemie + sanfte Reinigung

Der einzige Weg, der wirklich hält, ist eine Kombination aus chemischer Behandlung und sanfter mechanischer Reinigung. So machen es Profis seit 2024. Der Prozess dauert mindestens vier Tage - aber er hält Jahre. Hier ist der genaue Ablauf:

  1. Erste Reinigung mit klarem Wasser: Nehmen Sie eine Flachstrahldüse und sprühen Sie von oben nach unten. Ziel ist es, losen Schmutz und Sporen abzuspülen. Kein Hochdruck! Nur sanfter Strahl, etwa 10-15 bar.
  2. Trocknen lassen: Mindestens 8 Stunden. Das ist entscheidend. Wenn der Putz noch feucht ist, wirkt das Reinigungsmittel nicht. Die Feuchtigkeit verdünnt die Wirkstoffe. Ein Malerbetrieb in Regensburg berichtete, dass 67 % aller Fehlschläge auf zu kurze Trockenzeiten zurückzuführen sind.
  3. Algen- und Pilzentferner auftragen: Wählen Sie ein Produkt mit bewährter Wirkung. Aviva Fungisan (5-Liter-Flasche, ca. 50 €) hat in Tests eine Wirksamkeit von 92 %. SAKRET Biosan BS (10 Liter, 65,50 €) reduziert den Wiederbefall um 87 % über 24 Monate. Beide sind biozidhaltig - aber modern verpackt. Die neuesten Formulierungen verkapseln die Wirkstoffe und geben sie nur langsam ab. Das schont Umwelt und Putz.
  4. Einwirkzeit: 24 Stunden. Keine Eile. Lassen Sie das Mittel einwirken. Die Algen sterben von innen. Danach spülen Sie mit klarem Wasser ab - wieder mit niedrigem Druck.
  5. Grundierung und Anstrich: Jetzt kommt der Schutz. Nutzen Sie eine Fassadenfarbe mit integriertem Algenschutz. Neue Produkte von Aviva (ab April 2025) oder SAKRET enthalten keine Biozide mehr, sondern wirken durch hydrophobe Wirkung - sie machen die Oberfläche wasserabweisend. Algen brauchen Feuchtigkeit. Keine Feuchtigkeit - kein Wachstum.
Schrittweise Reinigung einer Fassade: sanftes Sprühen, Trocknen, Auftragen von Mittel und Anstrich.

Biozidfreie Alternativen: Was funktioniert wirklich?

Sie wollen kein Biozid? Das ist verständlich. Die EU hat seit 2024 viele Produkte verboten, weil sie ins Grundwasser gelangen. Aber nicht alle biozidfreien Mittel sind gleich. HECK F70 (5 Liter, 89,90 €) ist teuer, aber wirkt mit 75 % Effizienz. Es basiert auf natürlichen Enzymen und ist für Denkmalschutzobjekte zugelassen. Aber: Es braucht mehrere Anwendungen und lange Einwirkzeiten.

Einige Hausmittel funktionieren - aber nur bei leichten Befällen. Eine Lösung aus 1:1 weißem Essig und Wasser hat bei vielen Hausbesitzern geholfen. Aber: Essig ist sauer. Er kann Kalkputz angreifen. Nicht empfohlen bei Sandstein oder historischem Mauerwerk. Eine andere Mischung - 10 Liter Wasser, 200 Gramm Wasch-Soda, 500 Gramm Speisestärke, 10 Gramm Kaliumpermanganat - ist effektiv, aber kompliziert. Sie muss mehrere Stunden einwirken, und danach darf nicht mit Hochdruck gespült werden. Nur mit Gartenschlauch. Und: Es bleibt ein leichter rosa Farbton zurück. Für viele kein akzeptabler Kompromiss.

Was kostet die Sanierung?

Wenn Sie es selbst machen, liegen die Materialkosten zwischen 80 € und 180 € - je nach Fläche und Produkt. Ein 5-Liter-Kanister Aviva Fungisan reicht für etwa 25 Quadratmeter. SAKRET Biosan BS ist teurer, aber hält länger. Die größte Kostenstelle ist nicht das Mittel - sondern die Zeit. Wenn Sie es richtig machen, brauchen Sie mindestens zwei Tage pro Arbeitsgang. Und das bei schlechtem Wetter noch länger.

Professionelle Reinigung kostet zwischen 15 € und 25 € pro Quadratmeter. Das klingt viel, aber es ist eine Investition. Ein Malerbetrieb in Regensburg hat 2024 120 Objekte behandelt. Bei 94 % der Fälle war nach drei Jahren kein Wiederbefall zu sehen - weil sie die Trockenzeiten eingehalten und die richtige Farbe aufgetragen haben.

Was passiert, wenn Sie nichts tun?

Algen und Pilze sind keine Passagiere - sie sind Zerstörer. Sie dringen in den Putz ein, lösen Bindemittel auf und machen ihn brüchig. Nach fünf Jahren ohne Sanierung kann der Putz anfangen, sich abzulösen. Dann folgt Feuchtigkeitsschaden in der Wand. Dann kommt die Dämmung ins Spiel - und wenn die nass wird, verliert sie bis zu 60 % ihrer Wirkung. Das heißt: höhere Heizkosten. Und am Ende? Eine komplett neue Fassade. Die kostet 50 bis 100 € pro Quadratmeter. Die Reinigung kostet 20 €. Die Entscheidung ist einfach.

Intelligente Fassade mit Sensoren und wasserabweisender Nanobeschichtung im Vergleich zu altem Befall.

Was tun bei historischen Gebäuden oder Denkmälern?

Wenn Ihr Haus unter Denkmalschutz steht, dürfen Sie nicht einfach chemische Mittel auftragen. Die Deutsche Gesellschaft für Denkmalpflege empfiehlt in ihrer Stellungnahme vom Februar 2025: „Nur fachkundige Restauratoren mit spezieller Ausbildung dürfen an historischen Fassaden arbeiten.“ Selbst biozidfreie Mittel können Farbton oder Oberflächenstruktur verändern. Hier ist der Weg: Zuerst eine Analyse der Putzart, dann ein Test auf einer kleinen Fläche, dann nur sanfte Reinigung mit Bürste und Wasser. Kein Hochdruck. Kein Chemie-Überdosis. Und immer mit einem Experten abstimmen.

Die Zukunft: Intelligente Fassaden

Die Branche verändert sich. Bis 2028 wird laut Frost & Sullivan mehr als die Hälfte aller Fassadenfarben biozidfrei sein. Neue Produkte wie die Aviva Silikonharz-Farbe (ab April 2025) nutzen Nanotechnologie: Sie bilden eine unsichtbare Barriere, die Wasser abweist - ohne Gift. Noch weiter geht die TU Darmstadt: Sie testet Fassaden mit eingebauten Sensoren, die Feuchtigkeit messen und automatisch einen Schutzfilm aktivieren. Ab 2027 soll das in der Praxis laufen. Dann wird Ihr Haus nicht nur sauber sein - es wird sich selbst schützen.

Die wichtigsten Fehler, die Hausbesitzer machen

  1. Zu kurze Trockenzeit: 8 Stunden sind das Minimum. 24 Stunden nach dem Reiniger sind Pflicht. Wer das ignoriert, zahlt später doppelt.
  2. Falsche Dosierung: Mehr Mittel = nicht besser. Zu viel Chemie schädigt den Putz und belastet die Umwelt.
  3. Zu hoher Druck beim Reinigen: Besonders bei gedämmten Fassaden. Ein Druck über 30 bar reißt die Dämmung auf.
  4. Keine Grundierung: Ohne Grundierung hält die neue Farbe nicht. Die Algen wachsen einfach darunter durch.
  5. Warten, bis es schlimm ist: Ein kleiner Fleck heute = eine teure Sanierung morgen.

Algen und Pilze sind kein unvermeidbares Schicksal. Sie sind ein Zeichen, dass etwas im System nicht stimmt. Die Lösung ist nicht der stärkste Reiniger - sondern die richtige Reihenfolge, die richtige Zeit und die richtige Farbe. Und wenn Sie unsicher sind? Holen Sie einen Fachmann. Einmal richtig gemacht - und Sie brauchen die nächsten 10 Jahre nichts mehr zu tun.

Kann ich Algen mit Essig und Wasser selbst entfernen?

Ja, bei leichten Befällen funktioniert eine Lösung aus 1:1 weißem Essig und Wasser. Aber nur bei stabilen Putzen wie Kalk- oder Zementputz. Bei gedämmten Fassaden, Sandstein oder historischem Mauerwerk ist Essig zu aggressiv - er kann den Putz angreifen. Auch bei stärkerem Befall ist Essig nicht ausreichend. Er tötet nur die Oberfläche, nicht die Wurzeln. Für dauerhaften Schutz brauchen Sie ein spezielles Reinigungsmittel und anschließend eine schützende Farbe.

Wie lange dauert die Fassadenreinigung?

Ein vollständiger Reinigungsprozess dauert mindestens vier Tage. Tag 1: Reinigen mit Wasser und 8 Stunden Trocknung. Tag 2: Auftragen des Algenentferners und 24 Stunden Einwirkzeit. Tag 3: Abspülen und Grundierung. Tag 4: Erster Anstrich. Bei schlechtem Wetter oder hoher Luftfeuchtigkeit verlängert sich die Trockenzeit - und damit der gesamte Prozess. Planen Sie mindestens eine Woche ein, um unvorhergesehene Verzögerungen auszugleichen.

Welches Produkt ist das beste für Algen und Pilze?

Aviva Fungisan ist das am häufigsten verwendete Produkt mit 92 % Wirksamkeit und einfacher Anwendung. Für langfristigen Schutz ist SAKRET Biosan BS besser - es reduziert den Wiederbefall um 87 % über 24 Monate. Beide enthalten Biozide, aber in moderner, verkapselter Form. Wenn Sie biozidfrei arbeiten möchten, ist HECK F70 eine gute Wahl, aber teurer und weniger wirksam. Die neue Aviva Silikonharz-Farbe (ab April 2025) ist die zukunftssichere Lösung - sie schützt ohne Chemie und wird ab 2025 auf dem Markt sein.

Kann ich den Hochdruckreiniger verwenden?

Nur nach einer chemischen Vorbehandlung und nur mit niedrigem Druck (unter 20 bar). Hochdruck allein ist gefährlich - er beschädigt Putz und Dämmung und führt zu schnellem Wiederbefall. Testen Sie immer zuerst an einer unauffälligen Stelle. Bei gedämmten Fassaden ist Hochdruck generell riskant. Die Deutsche Gesellschaft für Fassadentechnik empfiehlt deshalb: „Chemie vor Druck.“

Warum kehrt der Befall nach der Reinigung zurück?

Weil Sie nur die Oberfläche gereinigt haben, nicht die Ursache beseitigt haben. Wenn die Fassade weiterhin feucht bleibt - durch fehlende Tropfkanten, undichte Dämmung oder schlechte Luftzirkulation - kehren die Sporen zurück. Die Lösung ist nicht nur Reinigung, sondern Schutz. Ohne eine schützende Farbe mit Algenhemmung ist jede Reinigung nur eine vorübergehende Maßnahme. Die meisten Rückfälle passieren, weil Hausbesitzer die Grundierung und den Anstrich überspringen.

10 Kommentare

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    Vera Ferrao

    Januar 24, 2026 AT 22:10
    Ich hab’s versucht mit Essig… nach 3 Monaten war’s wieder da. Warum macht man das sich nur an? 😩
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    Hans De Vylder

    Januar 25, 2026 AT 02:29
    Deutsche Fassaden brauchen deutsche Lösungen. Nicht dieses Biozid-Gesülze aus der EU. Hochdruck ist die einzige echte Lösung – wer’s nicht versteht, hat wohl nie einen richtigen Job gehabt.
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    Stijn Peeters

    Januar 25, 2026 AT 10:17
    Die beschriebene Methode mit chemischer Vorbehandlung und sanfter Reinigung ist tatsächlich die einzige nachhaltige Lösung. Wichtig ist, dass die Trockenzeit nicht unterschritten wird. Viele unterschätzen, wie sehr Feuchtigkeit die Wirkung von Reinigern beeinträchtigt.
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    Andreas Müller

    Januar 25, 2026 AT 20:17
    Ich war letztes Jahr in Regensburg und hab mir die Fassaden angeschaut. Die meisten Häuser haben das Problem. Aber wer weiß das schon? In Österreich macht man das anders – da wird vorher die Dämmung geprüft. Hier wird nur die Oberfläche geputzt. Und dann wundert man sich, dass es nach 6 Monaten wieder grün ist.
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    Hakan Can

    Januar 26, 2026 AT 22:19
    Hab Aviva Fungisan genommen – 5L reicht für 30qm. Hat super funktioniert. Nur vergessen die Trockenzeit… und dann wars wieder da. Nächste mal halt 24h warten 😅
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    Gisela De Leon

    Januar 27, 2026 AT 07:25
    Wer mit Essig rumspielt, hat keine Ahnung von Bauwerken. Das ist kein Hausbesitzer – das ist ein Spielzeug-Mensch.
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    Johannes Frotscher

    Januar 27, 2026 AT 07:34
    Das mit den intelligenten Fassaden klingt nach Sci-Fi 🤯 Aber echt – wenn das ab 2027 läuft, werde ich mein Haus gleich umbauen. Endlich keine Angst mehr vor grünen Flecken! 👏
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    M Hirsch

    Januar 27, 2026 AT 15:42
    Ich hab’s letztes Jahr gemacht – 4 Tage, 3 Wetterfenster, aber jetzt ist es 2 Jahre sauber. Es lohnt sich wirklich. Wer das nicht macht, zahlt später doppelt. Glaub mir, ich weiß es.
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    Niamh Allen

    Januar 29, 2026 AT 04:50
    Die industrielle Fassadenreinigung ist ein klassisches Beispiel für kapitalistische Entfremdung: Wir haben uns von der Natur entfremdet, indem wir Chemie als Lösung akzeptieren, anstatt die architektonischen Defizite zu hinterfragen. Warum bauen wir überhaupt Häuser mit so schlechten Dachüberständen? Warum tolerieren wir die fehlenden Tropfkanten? Es ist nicht die Alge – es ist das System. Die EU-Verordnungen sind ein Anfang, aber nicht die Lösung. Wir brauchen eine phänomenologische Neubewertung der Fassadenästhetik – nicht nur eine biozidfreie Farbe, sondern eine neue Beziehung zur Feuchtigkeit.
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    Manuel Kurzbauer

    Januar 30, 2026 AT 05:41
    Interessant, wie wir immer nach dem schnellen Trick suchen. Aber die Wahrheit ist: Alles, was wirklich hält, braucht Zeit. Und Zeit ist das letzte Gut, das wir uns leisten können. Vielleicht sollten wir lernen, langsamer zu sein – nicht nur bei der Fassade, sondern im Leben.

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